Die intuitive Ernährung nach Elyse Resch und Evelyn Tribole (“Intuitive Eating”)
strebt 10 Prinzipien an:
Prinzip 1: Legen Sie die Diätmentalität ab!
Prinzip 2: Honorieren (ehren, stillen) Sie Ihren Hunger
Prinzip 3: Schließen Sie Frieden mit dem Essen
Prinzip 4: Sagen Sie der Essenspolizei den Kampf an
Prinzip 5: Spüren Sie Ihre Sättigung
Prinzip 6: Entdecken Sie den Genussfaktor
Prinzip 7: Bewältigen Sie Ihre Gefühle ohne den Einsatz von Essen
Prinzip 8: Respektieren Sie Ihren Körper
Prinzip 9: Bewegung – Fühlen Sie den Unterschied
Prinzip 10: Erhalten Sie Ihre Gesundheit mit sanfter Ernährung
(erschienen auf deutsch im Goldmann-Verlag mit dem Titel “Intuitiv Abnehmen” – ISBN 978-3-442-17386-0)
Ich werde diese Prinzipien an dieser Stelle nach und nach genauer beleuchten.

Im 10-ten Prinzip geht es um sanfte Ernährung: 

Erhalten Sie Ihre Gesundheit mit sanfter Ernährung

Und an dieser Stelle schließt sich der Kreis.  
Alles was gern mal als Junk Food abgewertet wird, heißt hier nämlich Spaß-Essen und wird nicht verboten.
Das ist aber nur die eine Seite der Medaille.
Auf der anderen Seite steht ganz klar die Betonung auf alles, was gesund ist:

Esst Nahrung, nicht zu viel und überwiegend Pflanzen!

Das steht nämlich auch in der Bibel von Resch und Tribole – jawohl!

Genau wie die Deutsche Gesellschaft für Ernährung, empfehlen die beiden Autorinnen des Bestsellers “Intuitive Eating”, bei jeder Mahlzeit den Teller zur Hälfte mit Obst oder Gemüse zu füllen. Die andere Hälfte teilen sich Kohlenhydrate und Eiweiß.

Sanfte Ernährung, das heißt alles, von dem wir heute wissen, dass es gesund ist. Und das soll ein angestrebtes Ziel sein, ab er keine Religion, kein Dogma. Alles Andere ist nicht böse oder verboten oder verdammt – es ist Spaß-Essen.
Und Spaß-Essen ist nicht verboten, es ist nur eben keine Ernährungsform, es ist keine sanfte gesunde Kost.

Aber solange wir mit sanfter Ernährung (hach, ich kann das gar nicht oft genug schreiben) gut für uns sorgen, darf natürlich auch Spaß-Essen sein. Warum denn nicht? Spaß ist doch auch wichtig!

Damit verlieren all die opulenten Fest-Tafeln ihren Schrecken.
Wenn wir keine Diät machen, können wir auch keine Diät-Regeln brechen.
Wenn wir dagegen unsere Gesundheit mit sanfter Ernährung erhalten, dann ist auch Spaß-Essen erlaubt.

Okay, bevor ich mich jetzt noch fünf mal wiederhole, fasse ich lieber nochmal zusammen, was mit dieser sanften Ernährung überhaupt gemeint ist:

Überwiegend Pflanzen:

Das erreichen wir entweder mit der 5-am-Tag-Regel, das heißt 250 Gramm Obst und 400 Gramm Gemüse, schön bunt und abwechslungsreich oder mit der Teller-Regel, die Hälfte des Tellers ist mit Gemüse oder Obst gefüllt, den Rest teilen sich Kohlenhydrate und Eiweiß.

Für Menschen, denen es schwer fällt so große Mengen Gemüse zu essen habe ich zusätzlich zu meinen Beitrag Knabbergemüse noch einen weiteren Beitrag mit Tipps erstellt, wie mehr Gemüse ins Essen kommen kann:
Gemüse-Verstecke.
Ich nehme gern weitere Vorschläge an.

Nicht zu viel:

Das ist gar nicht so einfach. Manche erreichen das, indem sie sich auf 3 Mahlzeiten am Tag beschränken und die Zwischenmahlzeiten weglassen oder durch Intervallfasten. Dabei könnte man aber leicht in eine Diätmentalität geraten. Machen wir uns nichts vor. Wir müssen einfach lernen auf unseren Körper zu hören, den Verstand einschalten und die Verantwortung selbst übernehmen. Wir selbst sind diejenigen, die uns erlauben oder verbieten zu essen. Tun wir es doch achtsam.

Nahrung:

Hier schweigen sich die Übersetzer aus, wie das Wort Nahrung zu verstehen ist. Ich persönlich unterscheide ja immer zwischen Nahrungsmitteln (alles, was irgendwie essbar ist bzw. zu diesem Zweck hergestellt wurde) und Lebensmitteln (lebendige Nahrung, so wenig verarbeitet wie möglich). Keine Ahnung, was der Urheber dieses Satzes meinte, bei mir würde der Satz lauten:

Esst Lebensmittel, nicht zu viel und überwiegend Pflanzen!

Und nun?

Sind wir jetzt doch wieder beim Erlauben und Verbieten angekommen, bei der Essenspolizei und der Diätmentalität?

Ich hoffe nicht. Spaßessen ist ja nicht verboten. Es sollte aber dabei bleiben, dass es eben ein Spaßessen ist. Solange für unsere Ernährung gilt: 
Esst Lebensmittel, nicht zu viel und überwiegend Pflanzen,
erhalten wir unsere Gesundheit mit sanfter Ernährung.

Und hiermit beende ich meine Reihe zu den 10 Prinzipien des Intuitiven Essens!

Mein Fazit:
Den Stein der Weisen in der Ernährung gibt es leider nicht. 
Ein Diätplan würde uns zwar Entscheidungen rund ums Essen abnehmen, lebt aber von Verboten und Regeln und die schränken uns ein. Je mehr Disziplin und Überwindung wir dafür brauchen, umso größer ist die Wahrscheinlichkeit, dass wir auch mal ausbrechen und darüber frustriert ganz aufgeben.
Da ist die Idee, das ganze Thema Essen und Kochen mit Intuition und Leichtigkeit so quasi nebenbei zu erledigen, wirklich verlockend. Und der Weg dahin lohnt sich, denn am Ende kommt Leichtigkeit und Spaß am gesunden Essen dabei heraus. Dieser Weg ist allerdings mit Achtsamkeit gepflastert. Bei aller Intuition müssen wir schon wissen, was wir uns da in den Mund schieben, denn dafür sind wir nun mal selbst verantwortlich.

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