Mit dem Versuch gesund, nachhaltig und (ja) gewaltfrei dauerhalft Gewicht zu verlieren, befinde ich mich in einem Konflikt.

Zum Einen will ich die Seele nicht mit Verboten einschränken, weil uns das Verbotene gerade scharf macht und der Teil, der sich zu kurz gekommen vorkommt, niemals aufgibt sondern nur immer wütender wird und sofort zuschlägt, wenn der “Bestimmer” unaufmerksam wird.

Das hat mich zur intuitiven Ernährung gebracht.

Zum Anderen weiß ich natürlich genug und zunehmend mehr über Ernährung und die Bedürfnisse des Körpers, dass ich auch weiß, was die Buttercreme-Torte auslöst und was viszerales Bauchfett mit den Organen macht. Und natürlich will ich das nicht. Auf keinen Fall will ich das.

Also lebt auch eine Diät-Mentalität in mir, die mir sagt, was gesund ist und was nicht.

Und dabei wollte ich doch aufhören mit all den Verboten und Regeln und nur noch auf meinen Körper hören. Der sollte wissen, was ich wirklich brauche.

Das weiß der auch, davon bin ich noch immer überzeugt und ich wünsche mir und jeder von Euch einen Zugang zur Stimme des Körpers. Doch der Weg dahin ist so individuell wie unsere Persönlichkeiten.

Wir brauchen einen breiter inneren Konsens: Körper-Seele-Geist im Einklang!

Das klingt mir jetzt ein bisschen zu esoterisch.
Also nochmal von vorn:

Es ist richtig, dass uns Bewegungsmangel und “falsches” Essen krank und dick macht, wobei wir noch klären müssen, was richtig und was falsch ist.

Es ist ebenfalls richtig, dass Verbote und Regeln nur dazu führen, dass alles nur noch schlimmer wird, weil der unterdrückte Anteil zurückschlagen wird, sobald sich eine Gelegenheit ergibt.

Der Beziehungsstatus von uns und unserem Körper ist kompliziert.

Solange wir uns selbst dumm, dick, faul und gefräßig finden und deshalb ablehnen, drehen wir uns im Kreis. Die Buttercreme-Torte (bitte an dieser Stelle das persönliche Hass-Liebe-Essen einsetzen) kann gleichzeitig Balsam für die Seele und Kampf gegen den eigenen Körper sein.

Und wer so richtig verstrickt ist in Dumm-Dick-Faul-Gefräßig-Gedanken über sich selbst, hat vielleicht Angst vor zu viel Selbstliebe? Womöglich finden wir unseren Speck dann auch noch schön? 

Vielleicht! 
Und vielleicht wäre das nicht mal das Schlimmste. Denn dann würden wir uns erstmal entspannen. Und entspannt ist es viel leichter, abzunehmen. Wir haben mehr Zeit und weniger Druck.

Ich lade Dich ein, Dir Folgendes vorzustellen:

Amors Pfeil trifft Dich ausgerechnet in dem Moment, wo Du vor einem Spiegel stehst und Du entbrennst in tiefer Liebe zu Dir selbst.
Du betrachtest das geliebte Gesicht im Spiegel und erkennst all Deine Schönheit, die Äußere und die Innere.
Um dieses geliebte Wesen im Spiegel vor Schaden und Krankheit zu bewahren, würdest Du alles menschenmögliche tun, solange es legal und finanzierbar ist.
Du erkennst auch Spuren der Vergangenheit im Spiegelbild und es tut Dir in der Seele weh.
Ab sofort  soll dieser Körper nur noch das Beste bekommen. Nahrung, nach der sich der Körper sehnt. Frische, natürliche Lebensmittel, die so wenig bearbeitet sind, wie möglich und die Dich satt und stark machen. 
Falls Du es noch nicht kannst, lernst Du jetzt Kochen, denn all das Gute muss lecker schmecken, damit es auch die Seele nährt.


Wir brauchen keine Verbote beim Essen.

Was wir brauchen, ist eine tiefe Liebe zu uns selbst und der Wunsch, uns Gutes zu tun, uns zu nähren und zu stärken.

“Weil ich es mir wert bin…” gilt nicht nur für unsere Haarpflegemittel sondern vor allem für unsere Ernährung.

Intuitives Essen bedeutet nämlich nicht, alles was wir über Ernährung gelernt haben zu vergessen und uns mit dem voll zu stopfen, was uns die Werbung schön macht. Der Verstand darf mit entscheiden, muss aber die Gefühle berücksichtigen. Darüber, wie wir über diese Brücke kommen, möchte ich in den nächsten Wochen noch viel mehr schreiben.