Gute Vorsätze sind ein Hobby von mir. Einen Jahreswechsel brauche ich dafür nicht. Wann immer ich einen Moment der Ruhe habe, stelle ich mir mich in besser vor und überlege mir, was ich tun muss um toller zu werden. Mit einer Freundin habe ich dafür sogar mal einen Club gegründet: Der Toller-Club – Ich wäre so gern toller!

Im Grunde ist mir schon klar, warum es so oft nicht klappt, mit den tollen Plänen.  Die Liste der Dinge, die ich täglich tun will ist nämlich einen Kilometer lang. Trotz langjähriger Erfahrung mit meinen begrenzten Ressourcen verlange  ich mir hartnäckig und unerbittlich ein mörderisches Pensum ab, das ich nie vollständig absolviere. Weil ich meine Pläne aber nicht erfülle bin ich mangelhaft und muss dringend besser werden. Damit mir das gelingt, mach ich Pläne …

„Eigentlich“ heißt: ich würde zwar gern, habe mich aber noch nicht entschieden, denn wenn ich es wirklich wollte, dann täte ich es ja auch. Vielleicht fällt es mir ja nur schwer, dazu zu stehen, dass ich in Wirklichkeit überhaupt keine Lust habe, bei minus 17 Grad die Laufschuhe zu schnüren und raus in die Kälte zu stolpern. 

Andererseits habe ich diesen unstillbare Wunsch nach Waldläufen, einem aufgeräumten Aktenschrank und mehr Disziplin bei meinen Gesangs-Übungen. Ich kann nicht glauben, dass es mir nur um die Außenwirkung geht. Wen will ich denn damit jetzt noch beeindrucken? Ihr kennt mich doch, und mögt mich trotzdem. Da steckt sicher mehr dahinter.

Ich bin sicher, dass ein Teil von mir das alles wirklich will, eine kleine Bald-Elfe, die als Wald-Elfe, fröhlich singend durch die Wälder läuft und der ordentliche Schränke Sicherheit geben. Nur hat dieser Teil anscheinend nicht viel zu melden bei der großen Bald-Elfe. Schließlich gibt es immer Wichtigeres zu tun und der Tag hat ja auch leider nur 24 Stunden. Dabei sind es immer die gleichen Tätigkeiten, die ungetan bleiben. Sicher, auch die Steuererklärung erledige ich nicht mit Feuereifer, aber die bekommt ihre Priorität, wenn die Zeit drängt und dann wird sie auch fertig. Die Steuererklärung ist aber auch wichtig. Waldläufe und Singen dagegen sind Vergnügungen für kleine Wald-Elfen, die still sind, solange Erwachsene sich unterhalten.

Einer der Musiker aus meiner Band ist ein Multi-Talent. Er schafft sowohl im Job als auch privat jede Menge weg und findet sogar noch Zeit für Langlauf und Fahrrad-Touren mit der Familie. Das ist ein Mensch, mit dem ich mich besser nicht vergleiche, um Frustration vorzubeugen. Er hat aber nebenbei auch eine Menge Spaß. Und wer weiß, vielleicht ist das ja gerade sein Geheimrezept. Ein Mensch, der seine Bedürfnisse ernst nimmt, verbraucht keine Energie, sondern schafft Kraftreserven für die Dinge des Alltags. 

Na, wenn das keine Motivation ist …

Deal: In der nächsten Woche haben Bewegung, Ordnung und Musik Priorität! Einen Versuch ist es auf jeden Fall wert. Und wenn es nicht klappt, hatte ich zumindest Spaß.

Was das alles mit Ernährung zu tun hat, willst Du wissen? Na nichts! Der Mensch lebt doch nicht vom Brot allein. Und Geld allein macht auch nicht glücklich. Man muss schon Gemüse dafür kaufen!